LTI-Tool konfigurieren
LTI ist der Standard, über den Moodle einen fremden Dienst so in den Kurs holt, dass Teilnehmende ihn ohne eigene Anmeldung benutzen. Sie hinterlegen den Dienst einmal plattformweit als vorkonfiguriertes Tool. Danach steht er in jedem Kurs zur Verfügung, ohne dass Trainer/innen Adressen oder Schlüssel kennen müssen.
Voraussetzung: Administrator/innen-Rechte (moodleadmin). Außerdem muss die Aktivität Externes Tool eingeschaltet sein. Trainer/innen können ein externes Tool auch im eigenen Kurs eintragen, brauchen dafür aber Adresse und Zugangsdaten des Dienstes. Genau das nimmt ihnen die plattformweite Konfiguration ab.
Ein Tool anlegen
- Website-Administration öffnen und den Reiter Plugins wählen.
- Im Bereich Aktivitäten bei Externes Tool auf Tools verwalten klicken.
- Im Feld Tool-URL… die Adresse eintragen, die der Anbieter des Dienstes nennt.
- Auf LTI Advantage hinzufügen klicken. Moodle ruft die Adresse ab und übernimmt die Konfiguration des Anbieters. Handelt es sich um einen älteren Dienst nach LTI 1.0/1.1, führt Legacy LTI hinzufügen zum Ziel. Moodle fragt dann Anwenderschlüssel und Öffentliches Kennwort ab.
- Antwortet die Adresse nicht mit einer Konfiguration, brechen Sie ab und gehen Sie über Tool manuell konfigurieren, siehe den nächsten Abschnitt.
- Das neue Tool prüfen: unter der Eingabezeile auf Vorkonfigurierte Tools verwalten klicken und sehen, ob es im Reiter Aktiv steht.
Die Seite Vorkonfigurierte Tools verwalten ist die Liste, in der Sie später wieder landen. In der Navigation steht sie nicht. Sie erreichen sie über den gleichnamigen Link unterhalb der Eingabezeile auf Tools verwalten. Sie hat drei Reiter:
| Reiter | Was dort steht |
|---|---|
| Aktiv | Die Tools, die in den Kursen benutzt werden können. |
| Wartend | Tools, die sich selbst angemeldet haben und auf Ihre Freigabe warten. |
| Zurückgewiesen | Abgelehnte Anmeldungen. Sie bleiben stehen, damit dieselbe Anmeldung nicht unbemerkt erneut durchläuft. |
Ein Tool von Hand konfigurieren
Auf der Seite Tools verwalten steht unter dem Eingabefeld der Satz „Alternativ können Sie ein Tool manuell konfigurieren“. Der Link führt zum Formular Konfiguration eines externes Tools. Es ist der Weg für alle Dienste, die keine abrufbare Konfiguration bereitstellen, und der Weg, auf dem Anbieter fertige Werte zum Eintragen mitliefern. Das Formular hat vier Abschnitte:
| Abschnitt | Was hineingehört |
|---|---|
| Tool-Einstellungen | Name des Tools ist die Beschriftung, die Trainer/innen später sehen. Tool URL ist die Adresse, die der Dienst nennt. LTI Version entscheidet über den Rest des Formulars: bei LTI 1.0/1.1 folgen Anwenderschlüssel und Öffentliches Kennwort, bei LTI 1.3 stattdessen Öffentlicher Schlüsseltyp, Anmelde-URL und Umleitungs-URI(s). |
| Auf Kursbereich beschränken | Grenzt das Tool auf einzelne Kursbereiche ein. Ohne Auswahl gilt es für die ganze Plattform. |
| Services | Ob der Dienst Bewertungen in den Kurs zurückschreiben und die Teilnehmerliste abrufen darf. Beides ist im Auslieferungszustand aus. |
| Datenschutz | Welche Daten Moodle beim Aufruf mitschickt: Anwendername an Tool übergeben, E-Mail des Anwenders an Tool übergeben, Bewertungen aus dem Tool akzeptieren. |
Ein fünfter Abschnitt Verschiedenes enthält die Standard-Organisations-ID und die URL der Institution. Beides bleibt leer, solange der Anbieter nichts anderes verlangt.
Achtung: Stellen Sie Anwendername an Tool übergeben und E-Mail des Anwenders an Tool übergeben auf Nie, solange der Dienst diese Daten nicht nachweislich braucht. Mit Immer erfährt der Betreiber des Dienstes bei jedem Aufruf, wer die Aktivität geöffnet hat. Das ist eine Datenübermittlung an Dritte, und sie fällt auf die Plattform zurück, nicht auf den Kurs.
Wo das Tool danach auftaucht
Über die Sichtbarkeit entscheidet im Abschnitt Tool-Einstellungen das Feld Verwendung der Toolkonfiguration mit drei Werten:
| Wert | Wirkung im Kurs |
|---|---|
| Nicht anzeigen. Nur verwenden, wenn eine passende Start URL eingetragen ist | Das Tool erscheint nirgends. Es greift nur, wenn jemand von Hand eine Adresse einträgt, die zur hinterlegten Tool URL passt. |
| Als vorkonfiguriertes Tool anzeigen, wenn ein externes Tool hinzugefügt wird | Trainer/innen legen ein Externes Tool an und wählen das Tool im Feld Vorkonfiguriertes Tool aus. |
| In Aktivitätsauswahl und als vorkonfiguriertes Tool anzeigen. | Das Tool steht mit eigenem Namen und eigenem Symbol im Fenster Aktivität oder Material anlegen, so wie eine gewöhnliche Aktivität. |
Der dritte Wert ist der, den Sie in der Regel wollen: Wer Inhalte aus einer Mediathek sucht, sucht sie unter dem Namen der Mediathek und nicht unter Externes Tool. Damit das Symbol dabei stimmt, gehört in Icon URL die Adresse einer Bilddatei des Anbieters.
Der zweite Baustein ist der Haken Unterstützt Deep Linking (Content-Item Message) samt Inhalts-URL. Er entscheidet, ob Trainer/innen im Aktivitätsformular die Schaltfläche Inhalt auswählen bekommen. Erst damit öffnet sich der Dienst zum Suchen, und die Aktivität zeigt anschließend genau das ausgewählte Medium. Ohne Deep Linking landen alle bei derselben Startseite des Dienstes.
Beispiel: Mundo
Mundo ist die offene Bildungsmediathek der Länder. Sie wird als externes Tool eingebunden, nicht als eigenes Plugin: Es gibt nichts zu installieren, die Aktivität Externes Tool von Moodle genügt.
- Website-Administration öffnen und den Reiter Plugins wählen.
- Im Bereich Aktivitäten bei Externes Tool auf Tools verwalten klicken und dort Tool manuell konfigurieren wählen.
- Als Name des Tools
Mundoeintragen. Unter diesem Namen suchen Trainer/innen später. - Als Tool URL
https://mundo.schule/lti/eintragen. - Anwenderschlüssel und Öffentliches Kennwort auf jeweils
nonesetzen. Das ist kein Platzhalter, sondern der Wert, den Mundo erwartet: Die Mediathek prüft beim Aufruf keine Zugangskennung. - Verwendung der Toolkonfiguration auf In Aktivitätsauswahl und als vorkonfiguriertes Tool anzeigen. stellen.
- Den Haken bei Unterstützt Deep Linking (Content-Item Message) setzen. Ohne ihn fehlt im Kurs die Schaltfläche Inhalt auswählen, und damit der ganze Zweck der Einbindung.
- Im Abschnitt Datenschutz Anwendername an Tool übergeben und E-Mail des Anwenders an Tool übergeben auf Nie stellen. Mundo braucht für die Suche keine personenbezogenen Daten.
- Änderungen speichern und im Reiter Aktiv nachsehen, ob das Tool dort steht.
Danach finden Trainer/innen im Fenster Aktivität oder Material anlegen den Eintrag Mundo. Sie vergeben einen Namen, klicken auf Inhalt auswählen, suchen in der Mediathek und binden ein Medium über Medium einbinden ein. Im Kurs steht anschließend das gewählte Medium.
Hinweis: Dieselben Werte lassen sich auch von Trainer/innen im eigenen Kurs eintragen, über das Pluszeichen in der Zeile Vorkonfiguriertes Tool des Aktivitätsformulars. Der Unterschied ist die Reichweite: Was Sie hier plattformweit anlegen, steht in jedem Kurs bereit, und niemand muss die Adresse kennen.
Wichtige Einstellungen
- Datenschutz: Anwendername und E-Mail des Anwenders stehen im Auslieferungszustand auf Nie. Ändern Sie das nur, wenn der Dienst ohne diese Angaben nachweislich nicht arbeitet, etwa weil er persönliche Ergebnisse speichert.
- Bewertungen aus dem Tool akzeptieren: Nur nötig, wenn der Dienst Punkte in die Bewertungsübersicht des Kurses zurückschreiben soll. Neben Nie und Immer gibt es einen dritten Wert, der die Entscheidung dem Dienst und den Trainer/innen überlässt. Bei reinen Mediatheken ist Nie die eindeutige Wahl.
- Standard-Startcontainer: Bestimmt, wie der Dienst im Kurs erscheint: Eingebettet, Eingebettet ohne Blöcke, Vorhandenes Fenster oder Neues Fenster. Eingebettet hält die Teilnehmenden im Kurs, verlangt aber, dass der Dienst sich einbetten lässt.
- Auf Kursbereich beschränken: Der einzige Weg, ein Tool nicht der ganzen Plattform anzubieten. Sinnvoll bei Diensten, die nur für bestimmte Schulformen oder Jahrgänge lizenziert sind.
- Services: IMS LTI Namen und Rollenbereitstellung gibt dem Dienst die Teilnehmerliste des Kurses. Lassen Sie den Wert auf Diesen Service nicht nutzen, solange niemand ihn begründet anfordert.
Tipps
- Legen Sie nach dem Anlegen einen Testkurs an und rufen Sie das Tool einmal als Teilnehmer/in auf. Ein Tool, das als Administration funktioniert, kann für Teilnehmende an einer fehlenden Freigabe scheitern, und dieser Unterschied fällt sonst erst im Unterricht auf.
- Notieren Sie zu jedem Tool, woher die Zugangsdaten stammen und wann sie ablaufen. Schlüssel und Kennwörter externer Dienste werden erneuert, und der Ausfall sieht im Kurs aus wie ein Fehler von Moodle.
- Melden Sie sich einmal ab und rufen Sie die Aktivität als Gast auf, wenn der Kurs Gastzugang erlaubt. Viele Dienste verweigern anonyme Aufrufe, was mit den Einstellungen unter Datenschutz zusammenhängt und dort erklärbar wird.