LTI-Tool konfigurieren

LTI ist der Standard, über den Moodle einen fremden Dienst so in den Kurs holt, dass Teilnehmende ihn ohne eigene Anmeldung benutzen. Sie hinterlegen den Dienst einmal plattformweit als vorkonfiguriertes Tool. Danach steht er in jedem Kurs zur Verfügung, ohne dass Trainer/innen Adressen oder Schlüssel kennen müssen.

Voraussetzung: Administrator/innen-Rechte (moodleadmin). Außerdem muss die Aktivität Externes Tool eingeschaltet sein. Trainer/innen können ein externes Tool auch im eigenen Kurs eintragen, brauchen dafür aber Adresse und Zugangsdaten des Dienstes. Genau das nimmt ihnen die plattformweite Konfiguration ab.

Ein Tool anlegen

  1. Website-Administration öffnen und den Reiter Plugins wählen.
  2. Im Bereich Aktivitäten bei Externes Tool auf Tools verwalten klicken.
  3. Im Feld Tool-URL… die Adresse eintragen, die der Anbieter des Dienstes nennt.
  4. Auf LTI Advantage hinzufügen klicken. Moodle ruft die Adresse ab und übernimmt die Konfiguration des Anbieters. Handelt es sich um einen älteren Dienst nach LTI 1.0/1.1, führt Legacy LTI hinzufügen zum Ziel. Moodle fragt dann Anwenderschlüssel und Öffentliches Kennwort ab.
  5. Antwortet die Adresse nicht mit einer Konfiguration, brechen Sie ab und gehen Sie über Tool manuell konfigurieren, siehe den nächsten Abschnitt.
  6. Das neue Tool prüfen: unter der Eingabezeile auf Vorkonfigurierte Tools verwalten klicken und sehen, ob es im Reiter Aktiv steht.

Die Karte „Tool hinzufügen“ mit einem Eingabefeld für die Tool-URL und den Schaltflächen LTI Advantage hinzufügen und Legacy LTI hinzufügen. Darunter der Satz „Alternativ können Sie ein Tool manuell konfigurieren“ mit einem Link auf den letzten drei Wörtern.

Die Seite Vorkonfigurierte Tools verwalten ist die Liste, in der Sie später wieder landen. In der Navigation steht sie nicht. Sie erreichen sie über den gleichnamigen Link unterhalb der Eingabezeile auf Tools verwalten. Sie hat drei Reiter:

Reiter Was dort steht
Aktiv Die Tools, die in den Kursen benutzt werden können.
Wartend Tools, die sich selbst angemeldet haben und auf Ihre Freigabe warten.
Zurückgewiesen Abgelehnte Anmeldungen. Sie bleiben stehen, damit dieselbe Anmeldung nicht unbemerkt erneut durchläuft.

Ein Tool von Hand konfigurieren

Auf der Seite Tools verwalten steht unter dem Eingabefeld der Satz „Alternativ können Sie ein Tool manuell konfigurieren“. Der Link führt zum Formular Konfiguration eines externes Tools. Es ist der Weg für alle Dienste, die keine abrufbare Konfiguration bereitstellen, und der Weg, auf dem Anbieter fertige Werte zum Eintragen mitliefern. Das Formular hat vier Abschnitte:

Abschnitt Was hineingehört
Tool-Einstellungen Name des Tools ist die Beschriftung, die Trainer/innen später sehen. Tool URL ist die Adresse, die der Dienst nennt. LTI Version entscheidet über den Rest des Formulars: bei LTI 1.0/1.1 folgen Anwenderschlüssel und Öffentliches Kennwort, bei LTI 1.3 stattdessen Öffentlicher Schlüsseltyp, Anmelde-URL und Umleitungs-URI(s).
Auf Kursbereich beschränken Grenzt das Tool auf einzelne Kursbereiche ein. Ohne Auswahl gilt es für die ganze Plattform.
Services Ob der Dienst Bewertungen in den Kurs zurückschreiben und die Teilnehmerliste abrufen darf. Beides ist im Auslieferungszustand aus.
Datenschutz Welche Daten Moodle beim Aufruf mitschickt: Anwendername an Tool übergeben, E-Mail des Anwenders an Tool übergeben, Bewertungen aus dem Tool akzeptieren.

Der Abschnitt Tool-Einstellungen des Formulars, gefüllt mit den Mundo-Werten: Name des Tools „Mundo“, Tool URL „https://mundo.schule/lti/“, leere Tool-Beschreibung, LTI Version „LTI 1.0/1.1“, Anwenderschlüssel „none“ und Öffentliches Kennwort „none“.

Ein fünfter Abschnitt Verschiedenes enthält die Standard-Organisations-ID und die URL der Institution. Beides bleibt leer, solange der Anbieter nichts anderes verlangt.

Achtung: Stellen Sie Anwendername an Tool übergeben und E-Mail des Anwenders an Tool übergeben auf Nie, solange der Dienst diese Daten nicht nachweislich braucht. Mit Immer erfährt der Betreiber des Dienstes bei jedem Aufruf, wer die Aktivität geöffnet hat. Das ist eine Datenübermittlung an Dritte, und sie fällt auf die Plattform zurück, nicht auf den Kurs.

Wo das Tool danach auftaucht

Über die Sichtbarkeit entscheidet im Abschnitt Tool-Einstellungen das Feld Verwendung der Toolkonfiguration mit drei Werten:

Wert Wirkung im Kurs
Nicht anzeigen. Nur verwenden, wenn eine passende Start URL eingetragen ist Das Tool erscheint nirgends. Es greift nur, wenn jemand von Hand eine Adresse einträgt, die zur hinterlegten Tool URL passt.
Als vorkonfiguriertes Tool anzeigen, wenn ein externes Tool hinzugefügt wird Trainer/innen legen ein Externes Tool an und wählen das Tool im Feld Vorkonfiguriertes Tool aus.
In Aktivitätsauswahl und als vorkonfiguriertes Tool anzeigen. Das Tool steht mit eigenem Namen und eigenem Symbol im Fenster Aktivität oder Material anlegen, so wie eine gewöhnliche Aktivität.

Der dritte Wert ist der, den Sie in der Regel wollen: Wer Inhalte aus einer Mediathek sucht, sucht sie unter dem Namen der Mediathek und nicht unter Externes Tool. Damit das Symbol dabei stimmt, gehört in Icon URL die Adresse einer Bilddatei des Anbieters.

Drei Formularzeilen: Verwendung der Toolkonfiguration mit dem gewählten Wert „In Aktivitätsauswahl und als vorkonfiguriertes Tool anzeigen“, Standard-Startcontainer mit „Eingebettet ohne Blöcke“ und der gesetzte Haken „Unterstützt Deep Linking (Content-Item Message)“.

Der zweite Baustein ist der Haken Unterstützt Deep Linking (Content-Item Message) samt Inhalts-URL. Er entscheidet, ob Trainer/innen im Aktivitätsformular die Schaltfläche Inhalt auswählen bekommen. Erst damit öffnet sich der Dienst zum Suchen, und die Aktivität zeigt anschließend genau das ausgewählte Medium. Ohne Deep Linking landen alle bei derselben Startseite des Dienstes.

Der aufgeklappte Abschnitt Datenschutz: Anwendername an Tool übergeben und E-Mail des Anwenders an Tool übergeben stehen beide auf „Nie“, darunter Bewertungen aus dem Tool akzeptieren mit dem Wert „Wie in der Deep Linking-Definition angegeben oder an Dozierende delegieren“.

Beispiel: Mundo

Mundo ist die offene Bildungsmediathek der Länder. Sie wird als externes Tool eingebunden, nicht als eigenes Plugin: Es gibt nichts zu installieren, die Aktivität Externes Tool von Moodle genügt.

  1. Website-Administration öffnen und den Reiter Plugins wählen.
  2. Im Bereich Aktivitäten bei Externes Tool auf Tools verwalten klicken und dort Tool manuell konfigurieren wählen.
  3. Als Name des Tools Mundo eintragen. Unter diesem Namen suchen Trainer/innen später.
  4. Als Tool URL https://mundo.schule/lti/ eintragen.
  5. Anwenderschlüssel und Öffentliches Kennwort auf jeweils none setzen. Das ist kein Platzhalter, sondern der Wert, den Mundo erwartet: Die Mediathek prüft beim Aufruf keine Zugangskennung.
  6. Verwendung der Toolkonfiguration auf In Aktivitätsauswahl und als vorkonfiguriertes Tool anzeigen. stellen.
  7. Den Haken bei Unterstützt Deep Linking (Content-Item Message) setzen. Ohne ihn fehlt im Kurs die Schaltfläche Inhalt auswählen, und damit der ganze Zweck der Einbindung.
  8. Im Abschnitt Datenschutz Anwendername an Tool übergeben und E-Mail des Anwenders an Tool übergeben auf Nie stellen. Mundo braucht für die Suche keine personenbezogenen Daten.
  9. Änderungen speichern und im Reiter Aktiv nachsehen, ob das Tool dort steht.

Danach finden Trainer/innen im Fenster Aktivität oder Material anlegen den Eintrag Mundo. Sie vergeben einen Namen, klicken auf Inhalt auswählen, suchen in der Mediathek und binden ein Medium über Medium einbinden ein. Im Kurs steht anschließend das gewählte Medium.

Hinweis: Dieselben Werte lassen sich auch von Trainer/innen im eigenen Kurs eintragen, über das Pluszeichen in der Zeile Vorkonfiguriertes Tool des Aktivitätsformulars. Der Unterschied ist die Reichweite: Was Sie hier plattformweit anlegen, steht in jedem Kurs bereit, und niemand muss die Adresse kennen.

Wichtige Einstellungen

Tipps


Erstellt: 2026-08-22 10:55:55 CEST von Moodle-Team des LISA
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-05 16:02:22 CEST von Benjamin Abicht